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​Optimale Nutzung von Fertigungsdaten zur Steigerung der Lieferkettenrentabilität

October 14, 2020

​Optimale Nutzung von Fertigungsdaten zur Steigerung der Lieferkettenrentabilität

Perfekte Auftragsausführung kann manchmal zu einer herausfordernder Aufgabe werden, doch mit den richtigen technologischen Instrumenten kann Ihr Unternehmen den maximalen Nutzen aus den Fertigungsdaten schöpfen und eine überdurchschnittliche Leistung erreichen, sodass Sie den entscheidenden Unterschied für einen Erfolg oder eine Niederlage im Auftragsmanagement, insbesondere in Branchen mit starker vertikaler Integration, erkennen können.

Laut dem in der Financial Times veröffentlichten Artikel „Pandemic crisis: global economic recovery tracker“, der Ende Juli erschienen ist, setzt die wirtschaftliche Erholung nach Covid-19 allmählich ein. So dient dieser Umstand als eine Anregung zum vorliegenden Blog-Beitrag darüber, welche Industrieunternehmen diesen Moment nutzen werden.

Die Pandemie deckte viele Strukturschwachstellen in Unternehmen auf. Sowohl der Nachfrageeinbruch - aufgrund der Unsicherheit der Menschen oder ihrer Unfähigkeit, die Dienstleistungen zu erbringen - als auch die Auswirkungen auf die Lieferketten - stillgelegte Fabriken und Lieferengpässe - haben alle Wirtschaftszweige betroffen.

Es wurde auch deutlich, dass einige Unternehmen widerstandsfähiger als andere sind. Einige Unternehmen sind flexibler, wenn es darum geht, nach Lösungen zu suchen. Es gibt auch weitere Unternehmen, die expandieren. Es wurde in solchen Fällen viel über die Bedeutung der Technologie als Impulsgeber geschrieben sowie über die beeindruckende Umsatzsteigerung, die damit möglich ist. Und genau hier liegt der Schwerpunkt dieses Blog-Beitrags. Letztlich kommt es darauf an, ob die Unternehmen inmitten der Covid-19-Pandemie ihre Verkaufschancen nutzen können.

Wie muss man aufgestellt sein, um auf den Zug der wirtschaftlichen Erholung aufzuspringen?

Basierend auf Konjunkturdaten ist der Industriesektor traditionell äußerst leistungsfähig, sobald die ersten Anzeichen einer Erholung erkennbar sind (Bild 1 und 2), doch wie können Unternehmen eine überdurchschnittliche Leistung erbringen, wenn im Bereich der Lieferkettenoptimierung bereits so viel getan wurde?

Bild 1- Vier Phasen, die Konjunkturschwankungen abbilden; jede Phase kann sich auf die Branchenleistung auswirken. Quelle: Fidelity Investment Research

Bild 2 - Entwicklung der einzelnen Branchen in den einzelnen Phasen des Konjunkturzyklus. Quelle: Fidelity Investment Research

Die Idee der Supply-Chain-Optimierung ist schnell erklärt: Sie baut auf einer durchgängigen Kommunikation zwischen ihren Elementen auf, indem sowohl ihre eigene Transparenz als auch die Darstellung der Reaktion ihrer Komponenten auf Daten von verknüpften Elementen sichergestellt wird. Es gibt allerdings zahlreiche Faktoren in Bezug auf ihr Management, die aufgrund ihrer Komplexität einen enormen Managementaufwand erfordern, um Effizienz oder Agilität in der Lieferkette zu steigern und in Wettbewerbsvorteile umzuwandeln.

So erzielen Sie den größtmöglichen Nutzen anhand von Fertigungsdaten

Die Technologie, und zwar Industrie 4.0, spielt erneut eine entscheidende Rolle beim Aufbrechen der Komplexität und bei der Suche nach der optimalen Leistung, welche dem Unternehmen eine bessere Rentabilität verschafft. Die Begründung dieser Aussage beruht auf aufkommenden technologischen Entwicklungen, wie z.B. einer besseren Systemintegrationsfähigkeit auf unterschiedlichen Unternehmensebenen - etwa vertikal von den Fertigungsanlagen bis zum Supply-Management-System. Big Data Analytics und weitere Ansätze wie Machine Learning und künstliche Intelligenz werden die Entwicklung einer integrierten Strategie-Plattform zur Entscheidungsunterstützung ermöglichen. Dadurch wird eine stärkere Integration der Prozesse und eine stärkere Kompetenz zur Bewältigung von Schwankungen erreicht und zugleich eine fortlaufende Optimierungsarbeit eingeleitet - denn die einzige Konstante ist die Veränderung.

Reibungsloses Auftragsmanagement

Es existiert ein Konzept, das als der perfekte Auftrag bezeichnet wird, welches automatisch mit dem Verkaufszyklus zusammenhängt und in diesem Fall besonders gut anwendbar ist. Der Supply Chain Council (Non-Profit-Organisation rund um die Optimierung der Wertschöpfungskette) beschreibt die perfekte Auftragserfüllung (perfect order fulfilment) als eine genaue Größe, die als Prozentsatz der Aufträge definiert ist, welche zur richtigen Zeit mit dem richtigen Produkt am richtigen Ort geliefert werden.

Der Fertigungsbetrieb ist ein wesentliches Element innerhalb der Lieferkette, da er das einzige produzierende Element darstellt und seine Flexibilität sowie Effizienz den Erfolg des Unternehmens auf der Suche nach perfekten Aufträgen bestimmt. Die Lieferketten sind bekanntlich komplex - die Produktionseinheiten erst recht. Die meisten Fabriken entsprechen einer hybriden End-to-End-Umgebung mit verschiedenen Fertigungsprozessen, die sich aus Kundenaufträgen als Make-to-Stock-, Make-to-Order-, Engineer-to-Order-Aufträge sowie den Aufträgen zur Durchführung von Nacharbeiten, Auftragsaufteilungen, Rückrufaktionen usw. zusammensetzen.

Das MES spielt im Kontext eines perfekten Auftrags eine entscheidende Rolle, denn es schafft eine Fertigungsdatenplattform, die als eigentliche Grundlage für die digitale Transformation einer Fertigungslieferkette eingesetzt wird.

Diese Komplexität wird in den fortschrittlichsten Industrieunternehmen mithilfe eines MES bewältigt, das die Aufgabe übernimmt, auf Ereignisse zu reagieren, die durch das Unternehmen verursacht werden, und die Produktion sowie die entsprechenden laufenden Produktionsprozesse schnell zu reorganisieren, um so die Auswirkungen auf die Auftrags- und Prozessrentabilität möglichst gering zu halten.

Ein modernes MES erfasst außerdem nicht nur Prozessdaten, die sich auf die Ausführung eines bestimmten Auftrags beziehen, sondern ergänzt die Daten mit Informationen aus externen MES-Quellen (SPS, SCADA und/oder Maschinenintegration) oder mit Informationen aus anderen externen oder unternehmensinternen Anwendungen wie CRM, ERP, PLM, SCM und WMS. Dabei kommen oft solche Technologien wie Machine Learning/künstliche Intelligenz zum Einsatz.

Diese integrierte Lieferkette wird aus geschäftlicher Sicht zum entscheidenden Element, wenn es darum geht, eine durchgängige Transparenz und Rückverfolgbarkeit für jeden erteilten Auftrag zu gewährleisten und wichtige Informationen mit dem Vertrieb zu teilen.

Das MES ist aufgrund der eigenen Fertigungsdatenplattform ein wichtiger Faktor für die reibungslose Auftragsabwicklung, denn durch die Integration mit IT-Anwendungen innerhalb der Lieferkette können alle für einen Auftrag relevanten Daten für sämtliche Elemente der Lieferkette verfügbar gemacht werden.

Die wichtigste Botschaft für unsere Leser ist hier, dass alle IT-Anwendungen der Lieferkette tief mit der MES-Fertigungsdatenplattform integriert sein müssen, damit das Order-Lifecycle-Management in einer Industrie-4.0-fähigen Lieferkette optimal funktioniert. Auf diese Weise werden alle wichtigen Ereignisse im Lebenszyklus eines Auftrags in Echtzeit erfasst und gegebenenfalls gemeldet, wobei das MES die notwendigen Informationen liefert, um eine Informationsbasis zu schaffen, die bei zukünftigen Auftragserteilungen und deren anschließender Ausführung hilfreich ist. Die Industrieunternehmen, die diese Strategie bereits verfolgen, haben bessere Chancen, sich schneller vom derzeitigen wirtschaftlichen Rückgang zu erholen.

Die englische Originalversion dieses Artikels von Pedro Oliveira (veröffentlicht am 07.09.2020) finden Sie hier.


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